Der Heilige Johannes Chrysostomos

Erzbischof von Konstantinopel

Gedenktag: 13. November

Apolytikion:

Die Gnade ist aufgestrahlt aus deinem Mund gleich einer Fackel * und hat den Erdkreis erleuchtet; * ohne Geiz hat sie für die Welt Schätze hinterlegt, * die Höhe der Demut hat sie uns gezeigt. * Wohlan denn, mit deinen Worten lehrend, * Vater Johannes Chrysostomos, * bitte das Wort Christus Gott, unsere Seelen zu erretten.

Ἦχος πλ. δ’.

Ἡ τοῦ στόματός σου καθάπερ πυρσός ἐκλάμψασα χάρις, τὴν οἰκουμένην ἐφώτισεν, ἀφιλαργυρίας τῷ κόσμῳ θησαυροὺς ἐναπέθετο, τὸ ὕψος ἡμῖν τῆς ταπεινοφροσύνης ὑπέδειξεν. Ἀλλὰ σοῖς λόγοις παιδεύων, Πάτερ, Ἰωάννη Χρυσόστομε, πρέσβευε τῷ Λόγῳ Χριστῷ τῷ Θεῷ, σωθῆναι τὰς ψυχὰς ἡμῶν.

Vita:

Johannes wurde zwischen 344 und 354 in Antiochien geboren (viele Quellen nennen das Jahr 349). Sein Vater Sekundos, ein in der Provinz Syrien stationierter Heerführer, starb, als Johannes erst einige Monate alt war, sodass die Erziehung des Jungen in erster Linie seiner Mutter Anthousa oblag. Sie war es wohl, die ihm das Schreiben und Lesen beibrachte; später erhielt er eine gründliche Ausbildung in Rhetorik und Philosophie bei berühmten Lehrern Antiochiens.

Als junger Mann ließ er sich taufen und wurde 371 zum Lektor geweiht. Sein Wunsch war es, in monastischer Einfachheit zu leben. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 372 zog er sich in die Gemeinschaft von Mönchen und später in Einsamkeit zurück. Er lebte in strenger Askese, studierte die Heilige Schrift und widmete sich dem Gebet. Nach seiner Rückkehr nach Antiochien wurde er im Jahr 381 vom Erzbischof von Antiochien Meletios zum Diakon geweiht und im Jahr 386 von dessen Nachfolger Flavianos zum Priester. Das Synaxarion berichtet, dass einige im Augenblick seiner Weihe sahen, wie sich eine weiße Taube auf seinem Haupt niederließ. Die Gläubigen der Stadt ließen sich von seinen geisterfüllten Predigten bewegen und strömten in großen Mengen zusammen, um Johannes das Wort Gottes verkünden zu hören: Denn er verstand es, die Heilige Schrift in ihrer Tiefe zu erschließen, Irrlehren zu widerlegen und ermunterte seine Zuhörer gleichzeitig zu tätiger Nächstenliebe.

So wurde er bis nach Konstantinopel bekannt und im Jahr 397 gegen seine Intention zum Erzbischof der Reichshauptstadt ernannt. Am 26. Februar 398 erfolge seine Inthronisation. Auch als Bischof war ihm die Seelsorge das erste Anliegen, und so blieb er den Gläubigen nah. Er predigte, hörte Beichte, besuchte Kranke und Gefangene. Um den Gläubigen zu helfen, ihren Weg getreu mit Christus zu gehen, förderte er das liturgische Leben durch zahlreiche Initiativen: Er organisierte Prozessionen und Hymnengesänge, nächtliche Gottesdienste und sorgte sich auch um die Seelsorge der andersprachigen Christen in Konstantinopel, etwa der Gothen: Für sie errichtete er eine muttersprachliche Gemeinde und ließ seine Predigten bei Besuchen simultan übersetzen. Gleichzeitig veräußerte er Besitz des Erzbistums, um Hospitäler, Lazarette und Fremdenunterkünfte zu errichten. Seine Kritik an ausschweifender Lebensführung schaffte ihm Feinde in einflussreichen Kreisen, sodass er schließlich im Jahr 403 ein erstes Mal abgesetzt und ins Exil geschickt wurde. Für kurze Zeit wurde er zur großen Freude Vieler nach Konstantinopel zurückgeholt. Da er auch weiterhin Kritik an Missständen übte, wurde er am Großen Samstag des Jahres 404 erneut ins Exil geschickt, wo er angesichts großer Entbehrungen am 14. September 407 zu Gott heimging. Im Jahr 438 wurden seine Reliquien nach Konstantinopel überführt und Johannes, der den Beinamen Chrysostomos – Goldmund – erhielt, als Heiliger verehrt.